Ein Kampf für Liebe und Gerechtigkeit

29. Mai 2019

Titel: Das Zeitenmedaillon – Die Seherin
Autor: Tanja Neise
Genre: historische Romantasy
Erstausgabe: 2019
gelesen: 05/2019

Kurzbeschreibung:
Amélie erhält von ihrer todkranken Mutter ein Medaillon, mit dem sie in der Zeit reisen kann.
Nur widerwillig verlässt Amélie ihre Familie. Das Medaillon führt sie ins Jahr 1473, wo sie sogleich verschleppt wird. Der erbarmungslosen Härte des Mittelalters ausgeliefert und in Todesangst, trifft sie auf Holmger, der sie befreit. Amélie folgt ihm auf eine beschwerliche Reise in seine Heimat Dänemark, während sich ein zartes Band der Liebe zwischen den beiden entwickelt.
Ihr Glück wird bald schon bedroht, als ein Scherge des dänischen Königs das Medaillon in seine Gewalt bekommen möchte. Doch der Verlust des Schmuckstücks würde den sicheren Tod für die junge Frau bedeuten. In größter Gefahr klammert sich Amélie an ihre einzige Hoffnung – das geheimnisvolle Zeitenmedaillon, das sie aus Holmgers Zeit herauskatapultiert.
Werden die beiden sich jemals wiedersehen?

Meinung:
Die Rezension zu diesem Buch fällt mir besonders schwer. Denn Band 1 hat mir sehr gut gefallen und die Autorin ist mir sehr sympathisch. (Ich durfte sie auf einer Lesung erleben.) Aber für mich bleibt dieser Band deutlich hinter Band 1 zurück.
Der Schreibstil von Tanja Neise ist auch diesmal wieder schön flüssig lesbar und dabei sehr spannend und fesselnd. Der Einstieg ins Buch ist mir leicht gefallen und die dezenten Hinweise auf Band 1 haben mir gut gefallen. Das Buch kann aber auch unabhängig von Band 1 gelesen werden, da beide Geschichten in sich abgeschlossen sind.
Ich hatte mich darauf gefreut wieder in die Welt des Zeitenmedaillons  einzutauchen, da ich diese sehr faszinierend finde. Von dieser Faszination hat sie auch in Band 2 nicht verloren.
Leider gab es diesmal auch ein paar negative Punkte für mich. Das geht los mit einigen Logikfehlern. Eben lag Amélie noch im Bett, plötzlich sitzt sie auf einem Stuhl u.ä.
Auch wurde mir ein paar mal zu oft erwähnt, dass sie zu Holmger gehört. Ich hatte es spätestens nach dem zweiten oder dritten mal verstanden. 😉
Das Größte Problem hatte ich jedoch mit dem Thema Gewalt. Natürlich war das Mittelalter kein Zuckerschlecken, aber Amélie selbst stammt nicht aus dieser Zeit.
<Achtung kleiner Spoiler!>
Dass sie mit der Ermordung mehrerer Männer, und mögen sie noch so bösartig gewesen sein, so wenig Probleme hat, später sogar stolz darauf ist, finde ich sehr problematisch. Was für eine Moral vermittelt das in einem Jugendbuch?
Ihr Gewissensbisse waren mir zu wenig spürbar und zu schnell überwunden.
<Spoiler Ende>
Ansonsten war mir Amélie sehr sympathisch. Sie hat Dank ihrer Mutter eine aufgeklärte Einstellung zur Rolle der Frau und eckt damit im Mittelalter natürlich auch immer wieder an. Allerdings wirkte sie durch ihr, gerade zu Beginn, unsicheres Verhalten oft jünger als sie eigentlich ist.
Besonders interessant fand ich dann wieder die Abgrenzung von historischen Fakten und Fiktion am Ende des Buches. Für mich wird ein Buch vor historischem Hintergrund so noch ein Stück “realer”.

Fazit:
Wieder sehr spannend und fesselnd. Das Zeitenmedaillon fasziniert mich einfach.
Allerdings bleibt das Buch hinter Band 1 zurück. Mir war es zu brutal und es gab ein paar Logikfehler.
Daher gibt es diesmal eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir.

Bewertung: 3 Sterne

Erhalten: Netgalley

Bildquelle und weitere Infos. (Amazon)

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