Titel: Erntedank in Vertikow
Autor*in: Frank Friedrichs
Coverdesign: Giessel Design
Verlag: Drachenmond
Genre: Cosy Crime
Erscheinungsjahr: 2025
gelesen: 04/2026
Kurzbeschreibung:
Mecklenburgische Idylle. Ein Mord. Und ein Rollstuhlfahrer als einziger Zeuge. »Erntedank in Vertikow« ist Peer Wesendonks erster Fall.
Nach einem Motorradunfall sitzt Peer Wesendonk im Rollstuhl, mit seinem Job als Organist in Vertikow ist es vorbei. Ohne Aufgabe fühlt er sich nutzlos. Dann wird er Zeuge, wie die alte Frau Kuhn totgefahren wird – mit voller Absicht, da ist er sich sicher. Niemand glaubt ihm, Frau und Freunde warnen, er könnte mit seiner Theorie Unfrieden im Dorf stiften. Aber für Peer steht fest: Er muss den Mörder finden. Ob er der Rolle als Detektiv gewachsen ist?
Meinung:
Bei diesem Buch habe ich genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte: einen herrlich skurrilen Detektiv, einen etwas eigenwilligen Kriminalfall und eine Dorfgemeinschaft, hinter deren Fassade sich tiefe Abgründe auftun.
Obwohl Peer als „Wessi“ im Dorf noch immer als Außenseiter gilt, wird er nach seinem Unfall und der Reha von seinen Freunden mit rührender Fürsorge empfangen. Dass er selbst das (noch) nicht so ganz annehmen kann, macht die Dynamik besonders spannend. Überhaupt war das Zwischenmenschliche für mich das absolute Highlight der Geschichte: Diese schroffe und doch tief verbundene Art, mit der die Dorfbewohner hier miteinander umgehen, hat mich sofort abgeholt. Gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor gab es für mich viele wunderbare Schmunzelmomente.
Protagonist Peer hat es mir dabei nicht immer leicht gemacht. Sein Umgang mit seiner Frau oder seine Voreingenommenheit machten ihn nicht durchweg sympathisch – aber genau das hat ihn so authentisch gemacht. Gerade in seiner Unperfektheit fand ich ihn als Charakter unheimlich gelungen.
Besonders hervorheben möchte ich, wie sensibel und zugleich selbstverständlich die Details über das Leben als querschnittsgelähmte Person in die Handlung eingeflossen sind. Ohne belehrend zu wirken, wird hier ganz nebenbei auf die vielen Hürden aufmerksam gemacht, die der Alltag bereithält.
Auch die Spannung kam definitiv nicht zu kurz! Bis kurz vor Schluss habe ich mitgerätselt, wer für den Tod von Frau Kuhn verantwortlich war und welches Motiv dahintersteckte. Das Buch hat mir wirklich schöne Lesestunden bereitet und ich bin jetzt schon gespannt auf Peers nächste Fälle!
Fazit:
Ein bisschen schräg, total charmant und absolut fesselnd. Wer Cosy Crime mit Tiefgang sucht, ist in Vertikow genau richtig. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Bewertung: 4 Sterne
Erhalten: vom Verlag
Bildquelle und weitere Infos. (Verlagsseite)

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