Der lange Weg einer Flucht

11. Februar 2018

Titel: Feuerfrühling
Autor: Peer Martin
Genre: Roman
Erstausgabe: 2017
gelesen: 01-02/2018

Klappentext:
Ein Feuer wütet in Arsal:
Die kleine Stadt im Libanon, in der Calvin und Nuri mit den Kindern Zuflucht gefunden haben, wird Ziel des IS. Die Zelte der Flüchtlinge stehen in Flammen.

Ein Feuer wütet in Europa:
Ein Feuer aus Hass gegen alles Fremde.
Europa verbarrikadiert seine Grenzen – mit Gesetzen, Stacheldraht, Waffengewalt.
Gemeinsam mit den Kindern machen sich Calvin und Nuri auf den Weg zurück nach Deutschland, ohne gültige Papiere. Ihre Reise wird zu einer Odyssee über das Meer, durch Internierungslager, über Grenzen aus Hass, Mauern und Stacheldraht – eine gefährliche, eine tödliche Reise.

Ein Feuer wütet in Calvin:
In ihm brennen die Wunden der erlebten Gewalt, er hat sich immer weniger unter Kontrolle und hasst sich für seine Ausbrüche von ohnmächtiger Wut.

Ein Feuer wütet in Berlin, ein Feuer der Erinnerung:
Endlich kommt es zum Prozess gegen Pascal und seine Clique.

Werden Nuri und Calvin Berlin rechtzeitig erreichen, um im Prozess gegen Pascal auszusagen, der damals das Feuer im Flüchtlingsheim gelegt hat? Kann es doch noch Gerechtigkeit geben? Kann ihre Liebe all dies überstehen?
Oder bleibt nur das Feuer, das am Ende alles vernichtet?

Meinung:
Mit “Feuerfrühling” wird nun die Reihe um Nuri und Calvin abgeschlossen. Während “Sommer unter schwarzen Flügeln” noch ein Jugendroman war, der trotz aller Grausamkeit, voller Hoffnung und mit einer zarten Liebesgeschichte daher kam. So sind “Winter so weit” und “Feuerfrühling” vom Autor nicht mehr als Jugendbücher konzipiert. Für mich als Leser hat von Buch zu Buch die Hoffnung in den Büchern abgenommen und eine gewisse Resignation des Autors wurde spürbar.
Nichts desto trotz nimmt der Autor den Leser in diesem Buch mit auf eine unglaubliche Reise von Syrien nach Deutschland. Und zwar den Weg der Flüchtlinge. Auf dieser Reise geschieht viel Schreckliches, aber auch manches kleine Wunder. Und die Geschichte geht so sehr unter die Haut, weil man weiß, dass diese Dinge wirklich geschehen, im echten Leben.
Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch mal wieder Peer Martins einzigartiger Schreibstil. Fast könnte die Schönheit und Poesie seiner Worte im Kontrast zur düsteren Handlung stehen, für mich hat sie die handlung jedoch erst so richtig lebendig gemacht.
Das Ende war für mich dann absolut stimmig und ein passender Abschluss der Reihe. So kann ich Nuri und Calvin mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden.

Fazit:
Schonungslos, ein wenig resigniert und doch wunderbar poetisch, schildert Peer Martin den Weg der Flüchtlinge in das gelobte Europa.
Klare leseempfehlung für alle Fans der Reihe!

Bewertung: 4 Sterne

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Bildquelle und weitere Infos. (Verlagsseite)

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